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Welt-Schlaganfalltag 2021: Flüchtige Symptome ernstnehmen

Neurologische Ausfälle sind ein Warnsignal - auch leichte Symptome, die wieder abklingen. Viele Patientinnen und Patienten haben sich in den vergangenen Monaten in ernsthafte Gefahr begeben, ohne es zu wissen. Darüber klärt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober auf. "Symptome verschwinden - Ursachen nicht!" lautet das Motto.
Patientenzahlen gingen deutlich zurück

Es sind auf den ersten Blick irritierende Daten: in der ersten Corona-Welle, zwischen März und Mai 2020, sank in Deutschland die Zahl der behandelten akuten ischämischen Schlaganfälle (Gefäßverschlüsse im Gehirn) um 17 Prozent. Die kurzen Durchblutungsstörungen (TIA), bei denen Patientinnen und Patienten nur vorübergehende Beschwerden spüren, gingen gar um 22 Prozent zurück.
Zurückhaltung mit fatalen Folgen

Die Neigung vieler Menschen, leichte oder vorübergehende Symptome nicht ernst zu nehmen, ist bekannt. Offensichtlich zögerten in der ersten Welle der Pandemie noch mehr Patientinnen und Patienten, eine Klinik aufzusuchen - wohl aus Sorge vor einer Covid-19-Infektion. Die Zurückhaltung könnte fatale Folgen haben, erklärt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz: "Die TIA ist in der Regel Vorbote eines kompletten Schlaganfalls. Deshalb muss man schnellstmöglich abklären, woran es liegt." Der Bielefelder Neurologe ist Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und ein ausgewiesener Schlaganfall-Experte.
Symptome immer abklären lassen

Bei einer transitorisch-ischämischen Attacke (kurz: TIA) treten neurologische Ausfälle wie Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprach- oder Sehstörungen auf, ähnlich wie bei einem "richtigen" Schlaganfall. Der Unterschied: bei einer TIA dauern sie oft nur Minuten an, maximal 24 Stunden. Doch "Studien belegen, dass innerhalb von vier Wochen fast 20 Prozent der TIA-Patienten einen manifesten Schlaganfall erleiden können", berichtet Prof. Schäbitz. Die Folge könnte eine schwere, lebenslange Behinderung sein.
Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Grundsätzlich gilt deshalb: auch bei kurzzeitigen Symptomen handelt es sich um einen Notfall. "Man sollte das sofort in einer Klinik mit Stroke Unit, einer Schlaganfall-Spezialstation, abklären lassen", sagt Experte Schäbitz. Allen, die sich jetzt an eine länger zurückliegende Attacke erinnern, rät er: "Damit muss man nach so langer Zeit nicht ins Krankenhaus kommen, aber zum niedergelassenen Arzt sollte man auf jeden Fall gehen."

Regeneration des Sehnervs scheint möglich

Schäden am Sehnerv, die durch eine Glaukomerkrankung entstanden sind, lassen sich nicht heilen. Damit mussten sich Patientinnen und Patienten bisher abfinden. Neue Erkenntnisse aus Untersuchungen an Mäusen wecken die Hoffnung, dass künftig eine Gentherapie wie eine Verjüngungskur für den Sehnerv wirken kann. Anlässlich der Woche des Sehens 2021 schildert Prof. Dr. Verena Prokosch-Willing von der Universitäts-Augenklinik in Köln die neuen Ansätze. Etwa 923.000 Menschen in Deutschland sind vom Glaukom betroffen. Diese tückische Augenkrankheit bleibt lange unbemerkt, weil sie keine Schmerzen und auch sonst oft jahrelang keine Symptome verursacht. Nach und nach stirbt der Sehnerv ab, wenn die Krankheit nicht behandelt wird. Es entstehen blinde Flecken erst am Rand des Gesichtsfeldes, später schreiten sie zum Sehzentrum fort. Erst wenn schon der überwiegende Teil des Sehnervs zerstört ist, bemerken die Betroffenen selbst die Ausfälle im Gesichtsfeld. Heute verfügbare Behandlungen können die Krankheit aufhalten, indem der Augeninnendruck gesenkt und der Sehnerv entlastet wird. Der weitere Verlust von Sehvermögen kann so verhindert werden. Die bereits vorhandenen Schäden am Sehnerv lassen sich aber bisher nicht rückgängig machen.
Hoffnung auf wiedergewonnenes Sehvermögen

Neue Einsichten in das Krankheitsgeschehen wecken dagegen die Hoffnung, dass es in der Zukunft sogar möglich sein wird, verlorenes Sehvermögen zurückzugewinnen. Besonders interessant sind hier altersabhängige Veränderungen. Forschungsarbeiten an Mitochondrien und Arbeiten zur Epigenetik zeigen vielversprechende Ergebnisse. Die Mitochondrien sind die „Kraftwerke der Zelle“, die Epigenetik beschreibt Veränderungen des Erbguts durch Umwelteinflüsse.
Epigenetische Information „zurückdrehen“

Bei Mäusen ist es gelungen, mit einer Gentherapie epigenetische Information wieder „zurückzudrehen“, so dass es zu einer Verjüngung des Sehnervs kam. Nach der Behandlung reagierten die am Glaukom erkrankten Mäuse wieder auf optische Reize und konnten sich anhand von Mustern in einem Raum orientieren. Das erlaubt den Schluss, dass ihr Sehvermögen in einem gewissen Umfang zurück gekehrt war. Gelänge es, diesen Therapieansatz auch beim Menschen anzuwenden, könnte dies der Anfang einer neuen Ära der Medizin sein. Denn der Sehnerv ist ein Teil des Gehirns. Lässt er sich „verjüngen“, dann wird es unter Umständen sogar möglich sein, gealterte und geschädigte Gehirne erfolgreich zu behandeln, erläutert Prof. Dr. Prokosch-Willing.

Kinder spielerisch zum Händewaschen motivieren

Zum Welthändewaschtag am 15. Oktober 2021 erinnert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) daran, dass bereits Kinder richtiges Händewaschen lernen sollten. Händehygiene ist nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden. Kreative Ideen helfen, damit Händewaschen bereits bei Kindern zum festen Bestandteil des Alltags wird. Die BZgA unterstützt dabei mit Materialien und Informationen der Internetseite www.infektionsschutz.de.

Erkrankungen, die durch die Hände übertragen werden können, sind beispielsweise Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte sowie auch Wurmerkrankungen. Krankheitserreger können durch die Berührung von anderen Menschen, Tieren oder Oberflächen auf die Hände gelangen. Werden dann Lebensmittel mit den Händen verzehrt oder die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen berührt, kann das zu einer Ansteckung führen.

Spielerisch zum Händewaschen motivieren

Bereits Kleinkinder können mit Hilfe von Routinen verinnerlichen, in welchen Situationen die Hände gewaschen werden sollten. Dabei helfen Lieder, das Interesse zu wecken und die ausreichende Dauer des gründlichen Händewaschens einzuschätzen. Experimente motivieren ältere Kinder spielerisch, Kenntnisse über Krankheitserreger und deren Übertragung zu erlangen. Der Nutzen von Seife kann mit einem Versuch dargestellt werden: Dafür wird in einer Schüssel mit Wasser etwas Pfeffer auf die Wasseroberfläche gegeben. Der Pfeffer stellt die normalerweise unsichtbaren Krankheitserreger dar. Dann wird ein Finger, zuerst ohne und dann mit Seife, in das Wasser gesteckt und beobachtet, was passiert.

Gründliches Händewaschen gelingt in fünf Schritten:

  • Wasser marsch! Die Hände gründlich nass machen.
  • Einseifen! Beide Hände komplett mit Seife einschäumen.
  • Zeit lassen! 20 bis 30 Sekunden lang einseifen.
  • Runter damit! Hände von allen Seiten gut abspülen.
  • Trocknen! Auch in den Fingerzwischenräumen.

Wenn Kinder doch einmal erkranken, sind diese Hygieneregeln bei Erkältungen wichtig:

  • Husten und niesen in die Armbeuge oder ein Taschentuch.
  • Nase putzen mit einem Papiertaschentuch, das anschließend entsorgt wird.
  • Und: Regelmäßig Hände waschen!

Übersicht der BZgA-Informationen zum Thema Händewaschen:

Informationen zum Infektionsschutz und zur Händehygiene unter:
www.infektionsschutz.de
www.infektionsschutz.de/haendewaschen

Mediathek, Print- und Onlinematerialien zum Thema Händehygiene:
www.infektionsschutz.de/mediathek

Tipps für gesunde Routinen im Alltag:
www.kindergesundheit-info.de/fuer-fachkraefte/kita/alltag-in-der-kita/hygiene-in-der-kita/
www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/alltagstipps/krankheitszeichen/hygiene-empfehlungen/

Informationen zum Thema Coronavirus unter:
www.infektionsschutz.de/coronavirus
www.infektionsschutz.de/coronavirus/alltag-in-zeiten-von-corona/hygiene-beachten

Gesetzliche Krankenkassen

Geld für Zahnreinigung, den Yogakurs oder eine Osteopathiebehandlung und noch vieles mehr wird von den meisten Krankenkassen finanziert. Nur wissen das viele nicht und verschenken regelmäßig Geld. Die Stiftung Warentest hat 71 für alle geöffnete gesetzliche Krankenkassen untersucht und informiert über Beiträge und Extras.

Erfreulich: Die meisten Krankenkassen haben ihre Beiträge nicht geändert. Die Mehrausgaben durch die Corona-Pandemie und auch gesetzliche Neuregelungen haben die Beiträge aktuell nicht ansteigen lassen. Auch bei den Extras, die Kassen zusätzlich für ihre Versicherten zu den gesetzlichen Leistungen anbieten, gibt es kaum Einschnitte. Nur zwei Krankenkassen sind teurer geworden.

Wer Geld sparen möchte, kann zu einer Krankenkasse mit günstigem Beitragssatz wechseln. Seit Anfang 2021 geht der Wechsel noch einfacher: Versicherte teilen nur der neuen Krankenkasse schriftlich mit, dass sie Mitglied werden möchten. Um alles Weitere kümmert sich dann die neue Krankenkasse.

Doch nicht nur der Beitragssatz, auch die angebotenen Extras oder der Service können Grund zum Wechseln sein. Der monatlich aktualisierte Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest unter www.test.de/krankenkassen nennt die Beiträge und alle Extras von mehr als 70 Krankenkassen. Der enthaltene Beitragsrechner zeigt, wie viel Versicherte durch einen Wechsel sparen. Die Untersuchung ist auch in der September-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest veröffentlicht.

12.10.2021 DGA | Quelle: Stiftung Warentest



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